Lebenslauf in der Pflege: Pflegeassistenz, Pflegefachassistenz, DGKP und Pflegefachkraft

Lebenslauf in der Pflege für Österreich und Deutschland: richtige Berufsbezeichnung, Ausbildung, Registrierung, Spezialisierungen und Beispielzeilen.

Von Toni · 5 Min. Lesezeit

Inhalt 6 Abschnitte
  1. Die richtige Berufsbezeichnung für das Land
  2. Registrierung und Berechtigungen nach oben
  3. Spezialisierungen und Weiterbildungen
  4. So beschreibst du die Stationen
  5. Schichtdienst, Teilzeit und Sprachen
  6. Bevor du die Bewerbung abschickst

Im Pflegebereich liest die Personalabteilung deinen Lebenslauf mit einer Frage im Kopf: Darf diese Person die Tätigkeiten ausüben, für die wir sie brauchen? Die Antwort steckt in der Berufsbezeichnung, der Ausbildung und der Registrierung. Steht das unklar oder in der Bezeichnung des falschen Landes da, fragt niemand nach. Die Bewerbung landet bei den Unklaren. Hier steht, wie du die Angaben für Österreich und Deutschland richtig schreibst und wie die Stationen aussehen.

Die richtige Berufsbezeichnung für das Land

In Österreich regelt das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) drei Pflegeberufe. Laut dem öffentlichen Gesundheitsportal sind das die Pflegeassistenz (PA), die Pflegefachassistenz (PFA) und der gehobene Dienst als Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson (DGKP). Die PA-Ausbildung umfasst 1.600 Stunden und dauert in Vollzeit in der Regel ein Jahr, die PFA-Ausbildung 3.200 Stunden und in der Regel zwei Jahre (gesundheit.gv.at: Pflegeassistenzberufe). Die Grundausbildung zur DGKP läuft seit 2024 nur noch als Bachelorstudium an einer Fachhochschule, die früheren Krankenpflegeschulen laufen aus (gesundheit.gv.at: Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen).

In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2020 das Pflegeberufegesetz. Die berufliche Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre und endet mit einer staatlichen Prüfung. Wer generalistisch abschließt, darf sich „Pflegefachfrau“, „Pflegefachmann“ oder „Pflegefachperson“ nennen. Daneben gibt es die gesonderten Abschlüsse in der Altenpflege und in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (Bundesgesundheitsministerium: Pflegefachperson). „Pflegefachkraft“ ist in Stellenanzeigen verbreitet, aber keine geschützte Berufsbezeichnung. In den Lebenslauf gehört die Bezeichnung aus deiner Urkunde.

Für die Zeile im Lebenslauf heißt das: Schreib die offizielle Bezeichnung aus und setz die Abkürzung dahinter. Bewirbst du dich im anderen Land, ergänz in Klammern, was dem dortigen Beruf am nächsten kommt, ohne ihn gleichzusetzen. Die Anerkennung ist ein eigenes Verfahren.

Beispiel
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP)
Pflegefachassistent (PFA)
Pflegefachfrau, Abschluss nach Pflegeberufegesetz
Gesundheits- und Krankenpfleger (Abschluss nach Krankenpflegegesetz, 2016)

Die letzte Zeile ist für alle, die vor 2020 in Deutschland abgeschlossen haben. Die alte Bezeichnung bleibt gültig. Schreib sie wie auf der Urkunde und ersetz sie nicht durch die neue.

Registrierung und Berechtigungen nach oben

In Österreich setzt die Berufsausübung neben der Ausbildung die Eintragung ins Gesundheitsberuferegister voraus, so steht es beim Gesundheitsportal. Diese Angabe gehört in den Lebenslauf, am besten direkt unter die Ausbildung oder in einen eigenen Abschnitt „Berechtigungen“:

Eintragung im Gesundheitsberuferegister, Registrierungsnummer auf Anfrage

Die Nummer selbst musst du nicht hineinschreiben, weil der Lebenslauf durch Portale und Mails wandert. Für Deutschland gehört die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung in dieselbe Zeile wie der Abschluss. Hast du im Ausland gelernt, schreib den Stand der Anerkennung offen dazu: „Anerkennung beantragt, Bescheid erwartet 03/2027“ ist besser als gar nichts, weil die Frage sonst im Raum steht.

Weitere Zeilen, die in diesen Abschnitt passen: Führerschein B (für mobile Pflege oft gefragt), Erste-Hilfe- oder Reanimationskurs mit Datum, Praxisanleitung. Schreib bei jeder Weiterbildung den offiziellen Namen und das Jahr, nicht nur „diverse Fortbildungen“.

Spezialisierungen und Weiterbildungen

In Österreich nennt das Gesundheitsportal für den gehobenen Dienst gesetzlich geregelte Spezialisierungen, unter anderem Intensivpflege, Anästhesiepflege, Pflege im Operationsbereich, Kinder- und Jugendlichenpflege, psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege und Krankenhaushygiene. Wer im entsprechenden Bereich arbeitet, braucht die Spezialisierung. Für den Lebenslauf zählt das doppelt: Sie ist eine Qualifikation und oft auch eine Voraussetzung.

Gib Spezialisierungen deshalb mit Abschlussjahr an, laufende mit voraussichtlichem Ende:

Beispiel
Sonderausbildung Intensivpflege, abgeschlossen 06/2023
Weiterbildung Praxisanleitung, 120 Stunden, 2024
Spezialisierung Anästhesiepflege, laufend, Abschluss voraussichtlich 09/2027

Ein typischer Fehler: „Diverse Fortbildungen im Bereich Wundmanagement und Palliativ“. Daraus erfährt niemand, ob es ein Nachmittag war oder ein Lehrgang mit Prüfung. Besser: „Basiskurs Wundmanagement mit Abschlussprüfung, 2025“ und „Palliativpflege, Interprofessioneller Basislehrgang, 2024“. Die Namen hier sind Muster, nimm die genauen Bezeichnungen aus deinen Zertifikaten.

So beschreibst du die Stationen

Unter jeder Station stehen der Bereich, die Größe und die Tätigkeiten, die du laut deiner Berechtigung ausgeübt hast. „Station“ allein sagt wenig. „Interne Station mit 30 Betten“ oder „mobile Pflege, 8 bis 10 Klientinnen und Klienten pro Tour“ sagt viel.

Die folgenden Zeilen sind ein Muster mit erfundener Person:

Beispiel
04/2021 – heute
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP)
Beispiel Klinikum, Linz, Unfallchirurgie, 32 Betten
- Pflegeprozess von der Aufnahme bis zur Entlassung, Pflegeplanung und -dokumentation
- Wundversorgung nach ärztlicher Anordnung, Verbandswechsel und Drainagen
- Anleitung von Auszubildenden und neuen Kolleginnen in der Einarbeitung
- Nachtdienste als Stationsverantwortliche
Beispiel
09/2018 – 03/2021
Pflegeassistentin (PA)
Beispiel Seniorenwohnhaus, Wels
- Grundpflege, Mobilisation und Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
- Messen der Vitalzeichen, Beobachtung und Weitergabe an die DGKP

Achte darauf, dass die Tätigkeiten zur Bezeichnung passen. Eine PA, die „Pflegeplanung erstellt“ schreibt, macht die Personalabteilung stutzig, weil der Pflegeprozess in Österreich in der Verantwortung des gehobenen Dienstes liegt. Was PA und PFA tun dürfen, beschreibt das Gesundheitsportal auf den oben verlinkten Seiten. Wie du solche Zeilen allgemein baust, zeigt der Artikel Aufgaben im Lebenslauf formulieren.

Schichtdienst, Teilzeit und Sprachen

Schichtdienst, Wochenenddienst und Nachtdienst sind im Pflegebereich keine Nebensache. Schreib in einer Zeile unter der Station, welche Dienste du gemacht hast. Arbeitest du Teilzeit, steht das in der Zeile mit der Bezeichnung: „DGKP, Teilzeit 30 Stunden“. So passt die Zahl der Betten und Patienten zu deiner Arbeitszeit.

Sprachen sind in der Pflege ein Pluspunkt, weil viele Patientinnen und Bewohner nicht Deutsch als Erstsprache haben. Gib sie mit Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen an, nicht mit Balken. Wie das aussieht, steht im Artikel Sprachkenntnisse im Lebenslauf. Fürs Deutsche gilt: Hast du einen Nachweis wie B2, nenn ihn mit Prüfung und Jahr, weil Träger ihn für die Anerkennung oft brauchen.

Bevor du die Bewerbung abschickst

Krankenhausträger und große Pflegeheimbetreiber nutzen oft Bewerbungsportale, die den Lebenslauf auslesen. Damit Ausbildung, Spezialisierungen und Stationen im richtigen Feld landen, brauchst du Standard-Überschriften wie „Berufserfahrung“, „Ausbildung“ und „Weiterbildungen“ und Zeiträume im Format MM/JJJJ. Warum das Format zählt, erklärt der Artikel Datumsformat im Lebenslauf. Ob dein Lebenslauf diese Regeln erfüllt, zeigt der kostenlose ATS-Check in einer Minute.

Lies vor dem Absenden noch einmal die Stellenanzeige: Steht dort „DGKP mit Spezialisierung Intensivpflege“ oder „Pflegefachperson mit Erfahrung in der Geriatrie“, muss genau dieser Begriff in deinem Lebenslauf vorkommen, wenn er auf dich zutrifft. Offene Stellen im Gesundheitsbereich in Österreich findest du bei einfacharbeit.at.

Wenn du deine Stationen lieber erzählst, kannst du deinen Lebenslauf mit Toni erstellen. Der KI-Assistent fragt nach Bezeichnung, Bereich und Spezialisierungen und schreibt daraus die Zeilen. Was er nicht weiß, fragt er nach.